Start Interviews Halleluja, die Juzis mit neuem Album

Halleluja, die Juzis mit neuem Album

Die jungen Zillertaler
Die jungen Zillertaler haben ihr neustes Album "Halleluja" auf den Markt gebracht.
Bild: Sony Music/AngeloLair.com

Die jungen Zillertaler haben vor kurzem ihr neues Album «Halleluja» veröffentlicht. Wir trafen den Frontsänger Markus Unterladstätter am Flumserberg Open Air zum Interview.

Ihr habt soeben euer neues Album «Halleluja» auf den Markt gebracht. Was gibt es darüber zu erzählen?
Wir haben das letzte halbe Jahr fleissig daran gearbeitet. Wir waren im Studio und haben einiges probiert. Und das Album «Halleluja» ist das Resultat. Wir sind sehr stolz und zufrieden mit der gesamten Produktion. Wir haben versucht, den typischen Juzi-Sound aufzunehmen und auf die Platte zu pressen. Wichtig war uns aber auch, mit der Zeit zu gehen. Deshalb wollen wir uns nicht auf alten Lorbeeren ausruhen, sondern den Drive nach vorne einbringen. Und das haben wir – hoffentlich – auch beim neuen Album geschafft.

Euch gibt es seit 20 Jahren, und «Halleluja» ist euer 17. Album. Also fast jedes Jahr ein Album. Woher nehmt ihr die Ideen?
Die Ideen schreibt das Leben. Wir dürfen musikalisch sehr viel unterwegs sein, und da kommen viele Eingebungen. Diese versucht man provisorisch umzusetzen und zu notieren. Wenn man die Notizen in meinem Handy anschaut – da stehen ganz viele Ideen. Aus einigen davon ist aber nichts geworden. Man konzentriert sich auf gewisse Sachen.

Das heisst, ihr seid bereits wieder daran, neue Lieder zu schreiben?
Ja, nach dem Album ist vor dem Album. Wir sind bereits wieder auf der Suche nach Ideen und Sachen, die wir neu machen wollen. Im Spätherbst werden wir dann schon wieder im Studio sein und gewisse Sachen probieren.

Die Juzis sind bekannt als Party-Band, die gute Laune verbreitet. Was macht ihr, wenn ihr mal nicht so gut drauf seid und auf die Bühne müsst?
Bei mir persönlich hängt das von der Tageszeit ab. Wenn ich mal selbst nicht so gut drauf bin, höre ich mir Volksmusik-Kollegen oder AC/DC an. Das ist total unterschiedlich. Um ein positives Gefühl zu bekommen, ist es wichtig, dass ich musikalisch etwas tue oder höre. Und dann geht es von selbst. Die grösste Motivation ist natürlich immer das Publikum. Wir haben das Glück, dass unsere Auftritte meist ausverkauft sind, und das motiviert natürlich.

Ihr tretet praktisch jedes Wochenende auf. Bleibt da noch Zeit für Privatleben und Hobbys? Wie oft seid ihr unterwegs?
Diese Zeit muss und soll man sich nehmen. Die Basis ist immer noch, dass man ein glückliches Privatleben hat. Musik ist zwar unser Leben, aber natürlich gibt es auch ein Leben zu Hause. Wenn man so viel unterwegs ist und so viele Leute kennen lernt, ist es gut, wenn man Daheim die Tür zumachen und das Zuhausesein geniessen kann. Wir sind zwischen 220 und 250 Tage im Jahr unterwegs. Das heisst, zwei Mal pro Woche sind wir zu Hause. Aber es gibt auch Auftritte, wo wir danach nach Hause fahren. Zuhause schläft man einfach am besten (lacht).

Jeweils Mitte August lädt ihr zum JuziOpenAir in eurer Heimat Strass im Zillertal. Was erwartet eure Fans in diesem Jahr?
Das Open Air ist unser Highlight des Jahres. Da wir es in unserer Heimat durchführen, wollen er es natürlich besonders gut machen. Da ist man besonders bemüht, dass alles funktioniert. Es wartet ein tolles Vorprogramm mit Künstlerkollegen wie das Nockalm Quintett, G.G. Anderson, die Zellberg Buam, Gina und aus der Schweiz Oesch’s die Dritten und Michelle Ryser. Für jeden musikalischen Geschmack wird etwas dabei sein.

Was würdet ihr heute arbeiten, wenn es mit der Musikerkarriere nicht geklappt hätte?
Bis vor vier Jahren war ich in einer Bank angestellt und ich wäre wohl immer noch dort. Ich habe das sehr gerne gemacht, bekam dann aber ein zeitliches Problem. Meine zwei Kleidungen waren nur Krawatte mit Anzug oder die Tracht. Es gab keine Alternative (lacht). Deshalb musste ich mich entscheiden und bin den Weg der Musik gegangen. Meine Kollegen sind schon seit mehr als 15 Jahren Profis. Michael war Lehrer, Daniel Altenpfleger. In beiden Berufen gab es Schwierigkeiten wegen den Ferien respektive Wochenenddiensten. Deshalb haben beide schon früh entschieden, auf die Karte Musik zu setzen.

Ihr seid alle um die 40. Wie lange wollt ihr noch als «junge» Zillertaler auftreten?
Das ist die häufigste Frage der letzten zwei Jahre (lacht). Und meine Antwort ist immer: Helene Fischer heisst auch Fischer und fischt nicht. Die jungen Zillertaler, das passt zu uns. Wichtig ist, dass man im Herzen jung ist. Wir haben viele junge Fans und machen junge Volksmusik. Unsere Musik wurde einst so beschrieben: Es ist keine Volksmusik, es ist kein Schlager, es ist kein Pop und kein Rock, es ist einfach Juzi-Musik. Es gibt ja noch die Zillertaler – der Vater von Michael und der Onkel von Daniel -, und so lange es die gibt sind wir auch mit 50 noch «Die Jungen».